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| Der Jurten Weltrekord von 1995 |
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Im Sommerlager 1994 war unser Trupp in Bayern am Grüntensee. Wie überall, hatten wir unsere Jurte mit. Nach einiger Zeit stand die Jurte an der richtigen Stelle nur mit der falschen Dachseite nach oben. Gut, wir bauten sie wieder ab und wieder auf. Später stellten wir fest, daß die Überlappung der einzelnen Dachplanen auch nicht korrekt war. Bevor der erste Regen kommen sollte, wollten wir auch diesen Fehler beseitigen. Also bauten wir die Jurte wieder ab und wieder auf. Nach diesem hin und her waren wir absolute Spezialisten im Jurtenauf- und abbauen. Aufbau der größten Jurtenburg der Welt beim 1. Jurtenfestival 1995 des DPSG-Stammes St. Albert aus Landau (vom 20. bis 23. April in Hauenstein)Wie die Idee entstand!Nun ist mir die Idee gekommen, daß man mal eine richtig große Jurtenburg bauen könnte. Unser Trupp fand an dieser Idee auch große Begeisterung. Jedoch geriet diese Idee schnell wieder in Vergessenheit bis Ende November letzten Jahres (1994). Es wurde endlich mit der Organisation begonnen. Es wurden sich Gedanken gemacht, wie groß soll diese Burg werden? Als die Größe feststand, war schon das nächste Problem da. Wo bekommen wir soviel Jurten eigentlich her. Wir im Stamm haben zwei. Ein guter Anfang doch von einer Jurtenburg weit entfernt. Also beschlossen wir, es werden alle Stämme unserer und weiterer Diözesen eingeladen. Wie die Idee umgesetzt wurde!Dezember 1994 Die Anmeldungen zum 1. Jurtenfestival 1995 wurden in die Diözese Speyer und Mainz verschickt. Nachdem die Resonanz nicht unseren Erwartungen entsprach, wurde der Kreis auf die Diözesen Trier und Freiburg erweitert. Endlich, es war bereits Mitte März und ca. 350 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Das Organisationsteam (Wolfgang Bergemann, Andreas Cronauer, Florian Weindel, Marco Braun, Sebastian Kussmaul, Ronny Braun, Andreas Schreiber, Rene Martin und Carsten Dern) hatte schon seit Wochen alle Hände voll zu tun. 60 Jurten sollten aufgebaut, für 350 Pfadfinder ein Programm entworfen und durchgeführt werden. Arbeit, die kein Ende zu haben schien. Dienstag, 18.4.95 6.00 Uhr.Wir trafen uns in der Garage von Marco, um das ganze Material (19 fertiggeknüpfte Jurten, unzählige Teleskopstangen und Mittelstangen, Seile und vieles mehr) nach Hauenstein zu transportieren. Es regnete in Ströme, doch die Stimmung war gut, denn wir hatten alle ein Ziel vor Augen: mit 60 Jurten ins Guiness-Buch der Rekorde zu wandern. 19 Jurten mußten bis Mittwochabend aufgebaut sein, davon waren 8 Jurten doppelstöckig und keiner von uns hatte jemals eine Jurte mit einer anderen verbunden. Um uns ein Bild davon zu machen, wie es eigentlich mal aussehen sollte, fertigten wir ein Modell im Maßstab 1:40 in 99,5 Std. aus Tonpapier und Schaschlikstäbchen an. Der Anblick des Modells versetzte uns zunächst in Schrecken, doch half es bei der Durchführung sehr. Viele Probleme konnten bereits im Vorfeld gelöst werden. Mittwoch, 19.4.95Es standen erst 7 Jurten, alles war naß. Die Jungpfadfinder unseres Stammes errichteten schon das Lagertor, den Altar und das Kreuz. Wir, ein Teil meines Trupps und einige Rover, waren immer noch damit beschäftigt, unsere eigenen und die 15 Jurten aus Westernohe aufzustellen. Donnerstag, 20.4.95Die ersten Teilnehmer kamen. Es war der Stamm St. Bonifatius aus Saarbrücken-Dudweiler mit einer Jurte und 9 Personen. So wie alle anderen Stämme (insgesamt 38) bauten sie ihre Jurte an eine andere, so daß am Ende die Lilie der DPSG entstand. Freitag, 21.4.95Mittlerweile waren auch die letzten Teilnehmer eingetroffen. Die Jurtenburg war noch nicht fertig. Um 17.00 Uhr hielt ich dann die offizielle Eröffnung und Begrüßung der einzelnen Stämme. Sie kamen aus Konstanz, Sinsheim, Saarburg und Oberursel (um alle Himmelsrichtungen genannt zu haben) zum Festival. Anschließend wurde weiter an der Burg gebaut. Unterbrochen deswegen, weil wir einen Impuls mit Dias, Musik und Text vorbereitet hatten. Auf drei großen Flying-Tents wurden Dias zu den Themen Krieg, Umwelt und DPSG mit Nachdenken, Freude und Träumen angesehen. Ca. 23.00 Uhr wurde der letzte Häring in den Boden gehauen. Wir alle hatten es geschafft. 60 Jurten standen -momementan im Dunkeln- aneinandergeknüpft in Hauenstein. Weltrekord!!! Noch nie wurde eine so große Jurtenburg errichtet.
Samstag, 22.4.95Die Nachtwache empfing 700 Brötchen, die wir angeliefert bekommen haben, denn jeder sollte gestärkt sein, um das Geländespiel gut zu überstehen. Die Teilnahme war freiwillig und doch machten sich 180 der Teilnehmer auf den Weg, um 12 Stationen im Pfälzerwald mit Wissen, Geschick und Schnelligkeit zu bewältigen. Währenddessen flogen 2 durch ein Los gezogene Pfadfinder und ich mit einer Cessna über die Jurtenburg. Ein fantastischer Anblick, es sah genauso aus, wie auf dem Modell, nur noch viel schöner und durch die Ausmaße viel gewaltiger. Immerhin wurden ca. 2500qm Fläche überdacht. 53 Meter lang und 70 Meter breit war die Kreuzlilie der DPSG. Gegen 17.30 Uhr begann der Gottesdienst, der vom Diözesankuraten Dr. Friedrich Mohr gehalten wurde. Viele Besucher aus der Umgebung kamen, hörten sich diesen Gottesdienst an und bewunderten anschließend die Jurtenstadt. Am späten Abend spielte dann die DPSG-Band 'Ich war eine Dose' aus Ludwigshafen. Das Open-Air fand bis in die späte Nacht viele Fans, die richtig Spaß daran hatten, nach harter Arbeit richtig auszuflippen. Andere nutzten das Angebot im Lager-Bistro-Cafe, das während der ganzen Dauer des Festivals durch die Rover unseres Stammes geöffnet wurde. Sonntag, 23.4.95Am Tag darauf wurde dann abgebaut. 360 Dachplanen, ca. 700 Seitenplanen, 624 Teleskopstangen und ca. 100 Holzstangen, die knapp 6 Meter lang waren, wurden aufgeräumt. Ca. 30 000 Meter Schnur und Seile, die die Jurtenburg zusammenhielten, wurden gekappt und aufgerollt. Die technischen Daten des ProjektsFür die Jurtenburg wurde benötigt:
Die Jurtenburg hatte folgende Maße:
Dieser Beitrag stammt (gekürzt) aus der Zusammenfassung des 1. Jurtenfestivals 1995. Autor ist Carsten Dern vom DPSG-Stamm St. Albert aus Landau. |


