Einführung zum Thema Schwarzzelte PDF Drucken

Das Pfadfinderzelt schlechthin, die Kohte, stammt weder von den Pfadfindern, noch ist sie weltweit verbreitet! Im Jahre 1929 wurde sie vom Gründer der d.j.1.11, Eberhard Koebel (tusk), nach dem Vorbild der Feuerkohte der finnischen Lappen entworfen und angefertigt.

Die Kohte

Kohtengrafik

Übernommen wurde sie - zusammen mit der großen Zeltform, der mongolischen Jurte nachempfunden - nur von den deutschen und österreichischen Pfadfindern. So wirken wir mit unseren schwarzen Zelten auf internationalen Lagern immer etwas exotisch.

Warum diese über 60 Jahre alte Erfindung bei uns immer noch genutzt wird, liegt an ihren unbestreitbaren Vorteilen:
Die einzelne Plane, das "Kohtenblatt", läßt sich vom Einzelnen gut transportieren und kann bereits als Biwak verwendet werden (genannt "Kröte). Das Gewicht einer ganzen Kohte oder gar Jurte läßt sich so bequem auf viele Schultern verteilen. Der Transport von eventuellen Zeltstangenmaterial ist so gut wie überflüssig. Alles was man braucht - Holz fürs Kohtenkreuz, für Häringe oder für Jurten-Seitenstangen, usw. - findet man meist am Lagerplatz. Kohte und Jurte sind Feuerzelte, das heißt, auch bei Regenwetter und im Winter geht das Lagerleben weiter (oder wird erst richtig reizvoll!). Die Kohtenblätter und Jurtenplanen sind so konstruiert, daß viele Kombinationen bis hin zu ganzen Burgen daraus gebaut werden können. Das Erscheinungsbild aus Holz, Seil, schwarzem Stoff und vielleicht noch dezenter Bemalung fügt sich besser in die Landschaft ein, als beispielsweise ein buntes Kunststoffzelt. Kohte und Jurte dienen der Gemeinschaft bereits beim gemeinsamen Aufbau bis hin zum romantischen Jurtenabend.

Zeltmaße

Die Kohtenblätter sind so entworfen, daß Du, wenn Du sechs Blätter im Kreis aneinanderknüpfst, eine ebene Fläche bekommst. Dies ist dann das Jurtendach einer Sechser-Jurte. Die Dachschräge bekommt diese Jurte erst durch die Verformung des Stoffes beim Hochziehen am Jurtenkreuz. Bei der Verknüpfung von weniger als sechs Blättern ergibt sich die Form einer mehr oder weniger steilen Pyramide. Aus der Sechseck-Konstruktion des Sechser-Jurtendaches ergibt sich nun umgekehrt auch die Form des einzelnen Kohtenblattes. Da sich über die Jahre hinweg die Maße der Kohtenblätter immer etwas ändern - beispielsweise bei den Abständen der Ösen für die Schlaufen - ist es ratsam, beim Zusammenknüpfen auf den gleichen "Jahrgang" der Blätter zu achten.

Zeltformen

Was Du bereits mit Kohtenblättern und Vierecksplanen bauen kannst - teilweise sogar alleine! - ist hier abgebildet:

Kohte Jurte

Mit zusätzlichem Material wie zum Beispiel Bodenstreifen, "Theaterplanen", Fensterstreifen, Eingangsdächern usw. oder durch einfaches Aneinanderbauen der Grundformen lassen sich nun die erstaunlichsten Bauten ausführen.

Bei all dem ist aber eines wichtig:

Sicherheit hat Vorrang!

Das heißt, Du und Deine Sippe haben darauf zu achten, daß das Zelt, wie groß oder klein es auch immer ist, so gebaut ist, daß es auch Belastungen wie Wind oder Regen (oder Schnee!) standhält. Dazu gehört nicht nur eine sorgfältige Auswahl des Bauholzes und ein sorgfältiger Aufbau, sondern (vor allem bei größeren Bauten) eine gut überlegte Konstruktion und während des Lagers eine ständige Kontrolle und notfalls Korrektur!